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    Treppenlexikon

    Schrittmaßregel

     

    Wie hoch darf eine Stufe sein?

    Die Vorschriften gemäß DIN 18065 gelten in Deutschland. Diese baurechtliche Vorschrift gilt unabhängig von der Bauart der Treppe sowie dem Material. Entsprechend darf die Höhe einer Stufen minimal 14 cm und maximal 20 cm betragen. Außnahmen stellen Treppen dar, die nicht zu Aufenthaltsräumen führen, z.B. Keller- oder Bodentreppen.

     

    Die Schrittmaßregel ist eine Formel zum sicheren und bequemen Begehen einer Treppe und wurde von dem französischen Ingenieur François Blondel (1617–1686) entwickelt.

    Sie lautet: 2 x Steigung + Auftritt = 590 bis 650 mm.

    Ideal sind 63 cm. Diese Formel resultiert daraus, dass beim Laufen eines Menschen seine Schrittlänge 63 cm beträgt. Beim Treppensteigen verkürzt sich die Schrittlänge, da zusätzlich zur Waagerechten auch ein Höhenunterschied überwunden werden muss. Ein „empfehlenswertes Steigungsverhältnis“ liegt bei einem Auftritt von 260 mm und einer Steigung von 185 mm.

    Die Grenzmaße 590 und 650 mm sind durch die Treppen-DIN 18065 vorgegeben.
    Die Schrittmaßregel lässt sich bei Treppen mit Neigungen zwischen 45° und 22° anwenden.

    Siehe auch Sicherheitsregel, Bequemlichkeitsregel.

     
     

    Setzstufe

     
    Setzstufe

    Die Stufen einer Treppe setzen sich jeweils aus Auftritt und Steigung zusammen, man spricht auch von der Trittstufe und der Setzstufe. Dabei ist die Setzstufe bei geschlossenen Treppen die vertikale Verbindung zwischen zwei Auftritten.

    Eine Setzstufe ist ein senkrechtes Stufenteil zwischen zwei Trittstufen. Ist der Raum zwischen zwei Trittstufen geschlossen, so nennt sich das lotgerechte bzw. annähernd lotgerechte Teil Setzstufe, Futterstufe oder Stoßstufe.

    Sind Setzstufen in einem Lauf angeordnet so spricht man von einer geschlossenen Treppe.

    Offene Treppen hingegen haben keine Setzstufen, sie bestehen nur aus Trittstufen. Der Abstand zwischen den Stufen muss unter 11 cm sein, wenn Kinder ab 3 Jahren anwesend sind/sein werden. Bei Kleinkinder sind sogar geringere Abstände von 8,9 cm empfohlen, damit kein Kinderkopf zwischen die Stufen geschoben werden kann. Ist der Abstand zwischen den Stufen für Kleinkinder zu groß, können Baurechtsleisten eingezogen werden. Diese Querleisten sind meist aus Metall oder Holz und lassen Sie wieder entfernen, wenn die Kinder größer werden.

    Generell sollte der Abstand zwischen zwei Stufen sollte höchstens 12 cm betragen.

     
     

    Sicherheitsradius

     
    Sicherheitsradius

    Die Ausführung der Stufenvorderkante kann entscheidend zur sicheren Begehbarkeit einer Treppe beitragen. Ist sie zu scharfkantig entsteht eine Stolperkante.

    Dagegen verschwimmt die Stufenvorderkante für den Nutzer, wenn ein zu großer Radius angebracht wird. Eine deutliche Senkung des Unfallrisikos ergibt sich bei Radien zwischen 2 und 10 mm.

    Longlife-Stufen von KENNGOTT liegen mit einem Radius von 5 mm hier im Idealbereich. Durch die patentierte Ausführungsart der Formgebung und Beschichtung wird ein Abtreten der Vorderkante verhindert.

     
     

    Sicherheitsregel

     
    Sicherheitsregel

    Die Sicherheitsregel errechnet sich aus Auftritt (A) und Steigung (S):

    A + S = 460 mm

    Der Fokus dieser Regel liegt auf der Sicherheit beim Herabsteigen einer Treppe, da die Regelanwendung zu kleine Auftrittsbreiten verhindert.

     

    Siehe auch Schrittmaßregel, Bequemlichkeitsregel.

     
     

    Spindeltreppe

     
    Spindeltreppe

    Die Spindeltreppe ist eine Sonderform der Wendeltreppe. Ihr Stufen laufen um den lasttragende, stützenden Mittelpfosten. Diese Treppenform hat kein Treppenauge.


    Durch das schwungvolle Erscheinungsbild integriert sich eine Spindeltreppe hervorragend in den Wohnraum, zumal auch noch der Platzbedarf geringer ist als z.B. bei einer gewendelten Treppe. Zur Befestigung werden keine Umfassungswände benötigt, die Verankerung erfolgt an einem bauseitigen Deckenelement. Der spiralförmige Verlauf einer Spindeltreppe kommt besonders mit einer formverleimten Holzwange oder einem geschwungenen Holzhandlauf zur Geltung. KENNGOTT-Spindeltreppen tragen durch ihre Individualität und die Materialvielfalt in Bezug auf Stufen- und Geländerkombinationen zu einer Aufwertung des Wohnraumes bei.

    In unserer Galerie finden Sie Referenzobjekte mit einer Spindeltreppe.

     
     

    Spindeltreppe Grundriss

     
    Spindeltreppe Grundriss

    Beispiel

     
     

    Steigung

     
    Steigung

    Gemessen wird die Treppensteigung als lotrechtes Maß zwischen zwei benachbarten Trittflächen.

    Bestimmt wird das Steigungsverhältnis von der Schrittmaßregel.

     
     

    Stufenanzahl

     

    Ein Treppenlauf besteht aus einer ununterbrochenen Folge von mindestens 3 Stufen.

    Die Anzahl der Stufen richtet sich unter anderem nach der zu überwindenden Höhe, dem zur Verfügung stehenden Platz, Schrittmaßregel, Anforderungen an die Treppe und Vorschriften.

    Eine Treppe mit 15 Steigungen hat üblicherweise 14 Stufen, da die letzte Steigung dann von der Austrittsebene (Geschossdecke) gebildet wird. Im Wohnungsbau sind bei Fertighöhen zwischen 270 und 300 cm meist 14 bis 16 Steigungen (13 bis 15 Stufen) üblich. Für bestimmte Gebäudearten kann es erforderlich sein nach 18 Steigungen ein Ruhepodest einzuplanen.

     
     

    Stufenarten

     
    Stufenarten

    Hier muss zwischen Ausführung der Stufen und Lage der Stufen innerhalb des Treppenlaufes unterschieden werden. Ebenso kann das Stufenmaterial ein Kriterium sein.

    Blockstufe

    Plattenstufe
    Winkelstufe

    Gewendelte Stufe
    Gerade Stufe
    Drachenstufe

    Holzstufe
    Steinstufe
    Metallstufe
    Glasstufe
    Holzwerkstoff

     
     

    Stufendicke

     

    Die Stufendicke (auch Stufenstärke) ist das Maß der Stufe von der Oberkante (Trittfläche) und Unterseite. Je nach Stufenmaterial und statischer Anforderung wird diese durch die ETB, Europäische Technische Bewertungm festgelegt.

    Bei Wangentreppen kann durch die Stufenstärke auch der Brandschutz beeinflusst werden. Bei vielen Holztreppen sind 40 mm als Stufendicke üblich.

    Bei der Kenngott-Treppe mit Natursteinstufen sind 60 mm ausgeführt. Die Bolzentreppe mit Longlife- und Massivholzstufen werden 65 mm gefertigt. Dies trägt, in Verbindung mit der Unterschneidung von 9 cm, auch zur Verringerung des lichten Stufenabstandes bei. Das Durchklettern wird erschwert (Zwängungskräfte).

     
     

    Stufenverziehung

     
    Stufenverziehung

    Für die Stufenverziehung bei gewendelten Treppen gibt es in der DIN 18065 genaue Vorgaben. Ebenso sind handwerkliche Verziehungsregeln zu beachten. Diese Regeln haben im Verlauf von Jahrhunderten entwickelt und tragen zur sicheren Begehbarkeit der Treppe bei.