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    Weniger TreppenunfälleContact

    Sicherheit auf Schritt und Tritt

     

    Hätten Sie es gewusst? Die Treppe gehört zu den am häufigsten genutzen Bauteilen in einem mehrgeschossigen Haus. Ob runter in den Keller oder hoch ins Obergeschoss oder gar ins Dachgeschoss: Mehr als 50 mal am Tag nutzt ein 3-Personen-Haushalt die Treppe.


    Tägliche Routine verleitet leider auch oft zu mangelnder Vorsicht. Dies kann mehr als nur schmerzhafte Folgen haben: Laut dem Statistischem Bundesamt sterben allein in Deutschland mehr als 1.000 Menschen an den Folgen eines Treppensturzes.


    Unfälle wie Fehltritte, Stolpern und Ausrutschen lassen sich häufig durch Hast oder Unachtsamkeit begründen. Das Treppensteigen ist eine von Kindesbeinen an geübte Tätigkeit. Beim Begehen läuft ein eingespielter Bewegungsrhythmus ab, der auf die erfassten Treppenparameter eingestellt ist. Stimmen bestimmte Parameter nicht, erhöht sich die Unfallgefahr.


    Fachmännische Planung


    Durch fachgerechte Konstruktion im Neubau oder einer Modernisierung lassen sich Stolperfallen reduzieren oder ganz vermeiden.

    Jährliche Todesfälle (2012-2015)
    Treppenunfälle - wo genau wird es gefährlich?

    Treppen und ihre Sicherheit


    Treppen und Treppenanlagen sind ein fester und wichtiger Bestandteil der Architektur-Formensprache weltweit. Eine Treppe übernimmt nicht nur die Funktion der lotrechten Bauteilerschließung, sie stellt auch ein wichtiges Gestaltungselement dar. Treppen gehören zu den am meisten genutzten Bauteilen in einem mehrgeschossigen Haus.

    Das Treppensteigen ist eine von Kindesbeinen an geübte Tätigkeit. Beim Begehen läuft ein eingespielter Bewegungsrhythmus ab, der auf die zu Beginn erfassten Treppenparameter (Abmessungen, Oberflächenzustand etc.) eingestellt ist. Stimmen bestimmte Parameter wie z.B. das Steigungsverhältnis nicht, so erhöht sich die Unfallgefahr. Allein in Deutschland sterben laut Statistischem Bundesamt im Durchschnitt mehr als 1.000 Menschen pro Jahr an den Folgen eines Treppensturzes.

    Aufgrund der hohen Anzahl von Unfällen auf Treppen wurden insbesondere von den Berufsgenossenschaften zahlreiche Untersuchungen durchgeführt. Die Häufigkeit und Schwere von Sturzunfällen wird meistens unterschätzt. Nach der Unfallstatistik der gewerblichen Berufsgenossenschaften ereignen sich im gewerblichen Bereich etwa 36.000 Unfälle jährlich auf Treppen.

    Begriffe im Treppenbau

    (1) siehe Grafik links   (2) Antritt (Steigung erste Stufe)   (3) Treppenbreite    (4) Nutzbare Laufbreite   (5) Antrittspfosten   (6) Lichte Durchgangshöhe    (7) Handlauf   (8) Geländerhöhe   (9) Geländerfüllung    (10) Austritt (letzte Stufe oben)   (11) Austrittpfosten   (12) Gehbereich   (13) Lauflinie

    Kopfhöhe: Gebäudetreppen müssen mind. eine lichte Durchgangshöhe von 200 cm
    haben.

    TIPP 1: Treppenplanung


    Wichtige Regelungen und Vorgaben


    Bei der Treppengestaltung sind zahlreiche Gesetze, Landesbauordnungen, Normen und allgemein anerkannten Regeln der Technik zu berücksichtigen. In den letzten Jahrzehnten sind viele Regelungen zur Erhöhung der Sicherheit hinzugekommen. Einen besonderen Stellenwert hat in diesem Zusammenhang die DIN 18065 zur konstruktiven Gestaltung von Gebäudetreppen und deren Abmessungen. Viele Regelungen zur „sicheren“ Gestaltung sind dort enthalten.

    Nutzbare Treppenlaufbreite
    Diese beträgt bei Wohngebäuden mit nicht mehr als zwei Wohnungen mindestens 80 cm, im Mehrfamilienhaus beträgt sie 100 cm. Die gesamte Treppenlaufbreite hingegen ist die gemessene Stufenlänge. (siehe Abb. links)

    Wandabstand
    Der Seitenabstand von Treppenläufen und -podesten zu Wänden/oder Geländern darf nicht mehr als 6 cm
    betragen. Je nach LBO auch nur 4 cm.




    Eine wichtige Regel:

    Die Schrittmaßregel ist eine Formel zum sicheren und bequemen Begehen einer Treppe. Sie lautet gemäß DIN 18065: 2 x Steigung + Auftritt = 59 bis 65 cm.

    Diese Formel resultiert daraus, dass beim Spazieren gehen eines Menschen seine mittlere Schrittlänge zwischen 59 und 65 cm beträgt. Beim Treppensteigen verkürzt sich die Schrittlänge, da zusätzlich zur Waagerechten auch ein Höhenunterschied überwunden werden muss. Ein “empfehlenswertes Steigungsverhältnis” liegt bei einem Auftritt von 26 cm und einer Steigung von 18,5 cm.

    Solch eine Treppenverziehung war bis 2011 zulässig (Abb. oben). Das erhöhte Unfallrisiko führte zur Änderung der DIN.

    Richtig sicher ums Eck


    Bei der dargestellten Variante stand nicht die Nutzungssicherheit der Treppe, sondern die einfachere Fertigung der Wange im Vordergrund. Gerade Wangen vereinfachen die Produktion.

    Im geradläufigen Bereich eines Treppenlaufes dürfen gemäß DIN 18065 aus einer Wendelung heraus nur bis zu einer Länge von 3,5 x a gewendelte Stufen angeordnet werden. Diese Messregel bestimmt den Auftritt an der schmalsten Stelle bei der gewendelten Tragbolzentreppe.

    Somit ergibt sich die sichere Eck-Konstruktion:

     

     

     

     

     

     


    Aufgrund der Vielzahl einzuhaltender Anforderungen ist der Bauherr gut beraten zu einem anerkannten Treppenspezialisten zu gehen. Dies ist umso wichtiger da die Nutzungssicherheit einer Treppe in der Regel auf über 50 Jahre ausgelegt ist.

    TIPP 2: Wahl des Treppengrundrisses


    Risiko auf Treppen


    Je nach Wahl der Treppenform steigt oder fällt das Unfallrisiko. Nachfolgende Grafik zeigt die Ergebnisse aus der Unfallforschung. Insbesondere fachmännisch gewendelte und geradläufige Grundrisse bieten eine höhere Sicherheit. In der Regel steigt die Unfallgefahr bei der Einplanung von Podesten.

    Zusammenfassung


    Diesen und acht weitere Tipps können Sie kostenlos herunterladen und nachlesen im neuen Ratgeber "10 Tipps für mehr Treppensicherheit".

    Ratgeber herunterladen

    (PDF, 36 Seiten, ca. 6 MB)